Persönlicher Bericht

Wie gestalte ich mein viertes Alter?
Susy und Erich

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Erich Gerber
Wohnung 230
Gesundheitszentrum Herzogenmühle
Glattstegweg 7, 8051 Zürich
erich.gerber-zh@bluewin.ch
Tel. 044 414 34 15

Zürich, 15. Januar 2022

Gestern wurde ich 90-jährig.

Am 14. Januar wurde ich 90-jährig, was auf sehr nette Weise in unserem Zentrum mit einem feinen Apero vor dem Mittagessen gefeiert wurde. Dazu haben wir alle im Haus eingeladen, nach dem berühmten Spruch von Confuzius: "Wohin Du auch immer gehst, gehe mit dem ganzen Herzen!"

In der Zeitschrift «ZEITLUPE vom Oktober 2021 lese ich zum Alter:

«Zwischen 80 und 85 Jahren, wenn die Kräfte nachlassen und körperliche Beeinträchtigungen den Alltag bestimmen, beginnt laut praktischer Forschung die Hochaltrigkeit, das sogenannte vierte Alter. Ein neuer Lebensabschnitt steht bevor. Der Uebergang stellt Herausforderungen, birgt aber auch Chancen.»

Da meine liebe Frau Susy im Januar ebenfalls Geburtstag hat, feiern wir in diesem Monat zusammen 177 Lebensjahre – Grund genug, uns über diese Situation und die weitere Zukunft möglichst konkrete Gedanken zu machen.

Seit 63 Jahren sind Susy und ich glücklich verheiratet. Vor zweieinviertel Jahren sind wir hier im Gesundheitsentrum für das Alter Herzogenmühle eingezogen und leben in einer schönen  Zweizimmerwohnung, die wir mithilfe unserer Jungen wohnlich eingerichtet haben: wir sind gut versorgt und fühlen uns hier zuhause.

Was ist das Wichtigste für uns beide:
DASS WIR HIER BEISAMMEN SIND!
Susy bekommt von Fachfrauen regelmässig ihre Therapien für Logo, Physio und Ergo. Bei der Physio bin ich auch dabei. Ich brauche meinen Stock beim Gehen, benütze alleine aber keinen Rollator.
Das heisst: Ich fühle mich gesund und gut. Hoffentlich bleibt das so!


Könnte das Alter vielleicht auch mit unseren Genen zusammenhängen? Meine Mutter Annemarie ist damals im Alter von 99 Jahren verstorben.

Unser Tages- und Wochenablauf sieht aus wie folgt:
Ich stehe um 05.50 Uhr auf und helfe Susy beim Ankleiden. Um 7 Uhr richtet eine Pflegerin die Stützstrümpfe, die ich am Abend selber abnehme. 
Frühstück um 07.30 Uhr, Mittagessen um 11.40 Uhr, Nachtessen ab 17.30 Uhr. Am Morgen und Nachmittag ruhen wir uns aus. Dann macht Susy fleissig ihre Leseübungen.

Unser Essen ist ausgezeichnet und kann zum voraus mit Vegimöglichkeit bestellt werden.
Ab Abend verfolgen wir am Fernsehen die internationale Politik. Unsere Nachtruhe beginnt um 20.30 Uhr.

Unser Zentrum bietet sehr viel für das Aktivieren: 
Am Montag früh haben wir Physio, am Dienstag morgen Turnen in der Gruppe, dasselbe am Nachmittag mit dem Singen. Weitere Möglichkeiten dienen nach Lust und Laune dem Gartenclub, dem Gedächtnistraining, dem Augen- und Entspannungstraining, dem Atelier Melanie und der Handarbeit mit Claire Keller.
Alle drei Wochen gibt es gut besuchte ökumenische Gottesdienste.

Seit unserem Umzug haben sich allerdings verschiedene Punkte in unserem Leben stark verändert: Unser Auto und unsere 7-Zimmer-Eigentumswohnung haben wir verkauft; mit dem Tennisspielen und Golfen ganz aufgehört. Anstelle des Generalabonnements verkehren wir mit dem Swiss Pass und Easy Ride-System, was sehr praktisch und günstig ist. Unser Lieblingssee ist der Greifensee in der Nähe, wo man mit Tram und Bus leicht hinkommt. Als der See einmal 27 Grad warm war, sind wir hinübergeschwommen.

Wegen der Coronabehinderungen mussten wir auf viele Ausflüge verzichten wie zum Beispiel auf Rigi Kulm, wo wir zur Feier unseres 60. Hochzeitstages am 6. Oktober im Hotel übernachtet und frühmorgens um 07.30 Uhr mutterseelenallein auf dem Gipfel miteinander gefeiert haben.

Bevor alles verboten wurde, haben wir mit Tickets des Theaterclubs wunderschöne Symphonien von Beethoven in der neuen Tonhalle erlebt und sind dann mit einem UBER-Taxi hochzufrieden nach Hause gefahren.

Sehr wichtig sind unsere intensiven Kontakte mit unserer engeren Familie: Fast jeden Tag seit 2 Jahren skypen wir um 17 Uhr mit unserer Tochter Brida, mit unserem Sohn Patty und unseren fünf Enkeln. Dieses enge Beisammensein und Reden miteinander während rund 20 Minuten am Bildschirm ist sehr wichtig und nötig. Es schenkt uns wichtige Hilfe und Kraft.
Patty hat mich am 4. Januar bei einer medizinischen Kontrolle mit Dr.med. Miguel Spirig in der Klinik Balgrist begleitet. Zwei Behandlungen wurden für den 18.1. und 24.2. vereinbart.

Um Schwierigkeiten zu überwinden und Probleme zu lösen, muss man miteinander reden. Besonders wichtig ist der Bewohnertisch, an dem Mitbewohnerinnen und Mitbewohner einander noch besser kennenlernen können. 
Je älter ich werde, desto nötiger und wichtiger sind meine persönlichen Kontakte mit meinem Bruder Alex, der im Domizil Spitalacker in Bern lebt, mit den Geschwistern meiner Frau Susy und weiteren Mitgliedern unserer Familie. Mit meinem Freund Richard Limburg  und weiteren guten Freundinnen und Freunden.
Seit 50 Jahren bin ich Mitglied unseres Rotary Clubs Zürich-Limmattal, mit Ehrenmitgliedschaft. Gerne pflege ich auch gute Kontakte mit meinen Couleurbrüdern aus den  Studentenverbindungen Manessia Turicensis und der Halleriana Bernensis, wo ich seit der Studienzeit – also schon ein Leben lang dabei bin.

Am 11. Februar erwarte ich mit besonderer Freude zum Geburtstag den Besuch von Freunden aus diesen Verbindungen.  Darauf freue ich mich ganz besonders. Glücklicherweise erfüllen alle drei die neuen Testbedingungen.

Weitere Ueberlegungen und Möglichkeiten für meine und unsere Zukunft werden folgen, denn ich möchte so gut wie möglich aktiv bleiben.
Ab 5. Januar 2022 werden die Vorschriften für Besucher'innen erneut verschärft.

Meine Website www.aktivsenior-erichgerber.ch zählt heute 900'000 Clippings. 

Soviel für den Moment.

Erich

 

 

 

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Neueste Kommentare

14.01 | 01:37

auf zu weiteren krea(k)tiven taten… zu deinem 90. geburtstag viiiiiil luschdd und gluschdd

der (ur)alt-kurdirektor von brienz am see

...
13.01 | 22:55

Lieber Erich. Vielen Dank für Deine sehr interessanten Jugenderinnerungen! Deine Pfaditaufe erinnert mich sehr an meine eigene - der IV Trupp/rotgelb? LG Mani

...
14.12 | 17:55

hallo erich...

... die fb-gemeinde wartet auf neuigkeiten aus deinem leben und "treiben"... ich hoffe, die isolation ist bald vergangenheit...

...
02.01 | 14:29
Schülerkonzert erhielt 1
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