Antworten auf häufige Fragen

Motto Rotary International 2014-2015
Motto Rotary International 2015-2016
Rotary International

35 Fragen und Antworten zur Mitgliedschaft bei Rotary 
 
Persönliche Antworten
von PDG Artur Völker (Distrikt 1860 in Deutschland)
und PDG Erich Gerber (Distrikt 2000 in Schweiz-Liechtenstein)
(Version vom 22. April 2015)

Auf Anfrage haben wir am 20.4.2015 von Rotary International relevante Informationen erhalten, damit wir unsere Fragen im Einklang mit den aktuellen Rotary-Vorgaben beantworten können. Dieses Dokument revidiert unsere 34 FAQ vom 4. März 2012.

Es ist als Orientierungshilfe „über die Grenze“ gedacht und bezweckt keine Reform unserer Organisation.

Ueber unser Verfahrenshandbuch gibt Auskunft:
www.rotary.org/Ridocuments/de_pdf/035de.pdf

Die Rotary Website www.rotary.org bietet seit Herbst 2013 eine Fülle von Informationen dank dem personalisierten Bereich „Mein Rotary“ und den dort behandelten 6 Themen.

 1. Darf ein rotarisches Mitglied auf wichtige Anfragen NEIN sagen?
Manche Clubs kennen und pflegen noch das ungeschriebene Gesetz, dass ihre Mitglieder auf eine persönliche Anfrage des Clubpräsidenten für die Übernahme einer Clubaufgabe eigentlich nicht Nein sagen sollten.

2. Sind schriftliche Verpflichtungen bei der Aufnahme denkbar?
Ja. Es gibt deutsche Clubs, bei denen als Ergänzung zur Verfassung und Satzung eine Gründungsurkunde unterschrieben wird, wonach sich der neue Club auf gewisse Punkte verpflichtet.

3. Gibt es Aufnahme-Rituale?
Ja. Die Aufnahme eines neuen Mitgliedes ist ein feierlicher Akt. Die bloße Übergabe des Abzeichens genügt nicht. Ein uns bekannter Rotary Club hat z.B. früher das Ritual für die Aufnahme neuer Mitglieder auf eindrückliche Weise schriftlich geregelt, wobei die Ansprache des Clubpräsidenten allen Anwesenden jeweils auch den Sinn und Zweck von Rotary sowie die Rechte und Pflichten der Mitglieder erklärt. Es ist sinnvoll, eine Clubsatzung dem neuen Mitglied auszuhändigen. Darin sind alle Regeln aufgeführt.

4. Kann man Mitglied in zwei Rotary Clubs sein?
Nein. Gemäß Art. 4.040. der Satzung von Rotary International ist eine Doppelmit-gliedschaft nicht möglich:

RI: Rotarier können nicht gleichzeitig Mitglied in ähnlichen Gemeindienst- oder Service-Clubs sein, welche die Möglichkeiten des Mitglieds, voll den
Mitgliedschaftspflichten zu entsprechen, beeinträchtigen würde. Es wird von einem Mitgliedschaftsanwärter eine Rotary Clubs erwartet, dass er/sie eine evtl. Mitgliedschaft in einer anderen Dienstorganisation offenlegt.
Ein Mitglied kann in seinem Club also nicht gleichzeitig Aktiv- und Ehrenmitglied sein.
Es ist jedoch möglich, Aktivmitglied in einem Club und Ehrenmitglied in einem andern Club zu sein. Der Status einer Ehrenmitgliedschaft sollte kurz erklärt werden.

5. Gibt es ein Glossar mit rotarischen Begriffen und Abkürzungen?  Ja
    (siehe www.rotary.org ).
Es ist aber auch wichtig, allen Clubmitgliedern immer wieder die wichtigsten Institutionen und Aktivitäten von Rotary International zu erklären, da die meisten Clubs zu stark auf ihr eigenes Clubleben fokussiert sind und sich nicht ohne weiteres als Mitglieder einer weltumspannenden Organisation fühlen. Auch sollten sie wissen, was mit ihren Spenden passiert und wie man von der Rotary Foundation auch Nutzen ziehen kann.

6. Wie wichtig ist die Rolle des Paten oder der Patin?
Ein Mitglied, das einen Kandidaten oder eine Kandidatin für seinen Club vorschlägt, über-nimmt die wichtige Aufgabe als Pate oder Patin. Dieser / diese muss vor allem beurteilen, ob das künftige Mitglied in den Club passt. Ungenügende Recherchen über eine Kandidatur können später schwerwiegende Folgen für den ganzen Club haben. Kandidaten haben das Recht, ihren künftigen Club vor ihrer Zusage gut kennenzulernen.

Deshalb ist dieses Amt äußerst wichtig, nicht nur für die sorgfältige Auswahl, Orientierung, Einführung und Integration eines neuen Clubmitgliedes, sondern später auch für dessen persönliche Betreuung während der gesamten
Zugehörigkeit zum Club.

7. Wozu dient ein Paten-Stammbaum?
Manche Clubs machen gute Erfahrungen mit der Aufzeichnung des Paten-Stammbaums: Dabei handelt es sich um eine einfache Übersicht, wer von wem in den Club vorgeschlagen wurde. Gelegentliche Zusammenkünfte in diesen Paten-Familien stärken diese persönlichen Kontakte und den Zusammenhalt im Club.
Dieses Verzeichnis ist auch nützlich, wenn ein Mitglied Hilfe braucht.

8. Was tun gegen „Gefälligkeitsaufnahmen“?
D
ie Suche nach neuen Mitgliedern sollte im Prinzip aufgrund von ausgeschrie-benen freien Klassifikationen - nicht zufällig - erfolgen. Sonst besteht die Gefahr von Gefälligkeitsaufnahmen, wenn sich ein Clubmitglied zum Beispiel gegenüber einem guten Geschäftspartner oder Freund erkenntlich zeigen will und diesen als Mitglied vorschlägt. Die Gefahr von Gefälligkeitsaufnahmen ist erfahrungsgemäß bei Clubgründungen am größten.

9. Wie wichtig ist ein ausgewogener Altersdurchschnitt?
Sehr wichtig. Wenn die Mitglieder bei der Clubgründung ungefähr im gleichen Alter sind, kann eine etwas einseitige Alterspyramide entstehen. Ein solcher Club könnte später Schwierigkeiten haben, jüngere Mitglieder zu finden und die Ämter zu besetzen. Deshalb empfiehlt es sich, dass neue Clubs von Anfang an auch etwas ältere Mitglieder aufnehmen – aber kontinuierlich eine gute Durchmischung des Clubs anstreben. Die Mitwirkung eines älteren, erfahrenen Mitgliedes kann einem Club gut tun.

RI: Der  aktualisierte Leitfaden zur Mitgliedschaftsförderung in Rotary (417) mit dem Titel Mitgliedschaft in Rotary Ihr Plan zur Stärkung Ihres Clubs enthält nützliche Hinweise.
Er ist erhältlich unter https://www.rotary.org/myrotary/de/document/573

10. Wer kümmert sich um neue Clubs?
Die Gründung eines neuen Rotary Clubs bedarf der sorgfältigen Kontrolle durch den Governor und der Zusammenarbeit vieler Persönlichkeiten.

Nach Absatz 15.090. der Satzung von RI ist der Governor unter der allgemeinen Aufsicht durch den Zentralvorstand für die Gründung neuer Clubs verantwortlich. Der Governor ernennt einen Distriktausschuss für Ausbreitung, welcher die Aufgabe übertragen bekommt, einen Plan für die Entwicklung und Umsetzung von Club-Neugründungen zu entwerfen. Zudem koordiniert der Governor die Ausbreitungsbemühungen neuer Clubs – entweder persönlich oder durch Ernennung eines Gründungsbeauftragten. Sollte der Governor einen Gründungs-beauftragten ernennen, legt er dessen Aufgaben und Befugnisse fest, vermittelt diesem seine Vorstel-lungen über eine Zusammenarbeit mit dem/den Patenclub(s) sowie die Gewinnung von Gründungsmitgliedern und sichert sich die Unterstützung weiterer Rotarier bei der Förderung der einzelnen Clubs.

Die Gründung neuer Clubs liegt in der Verantwortung des amtierenden Distrikt Governors. Sein Gründungsbeauftragter sorgt dafür, dass ein neuer Club mit einer ausgewogenen Mitgliedschaft in die internationale Gemeinschaft RI aufgenommen wird.

Hinweise zur Gründung eines neuen Clubs sind wie folgt zu finden:
A
uf der Rotary Website - https://www.rotary.org/myrotary/en/node/383siehe den Leitfaden für die Gründung neuer Clubs (808), der hier zu finden ist: https://www.rotary.org/myrotary/de/document/organizing-new-clubs-guide-district-governors-and-special-representatives

Siehe auch den Rotary Code of Policies May 2015  https://www.rotary.org/myrotary/en/learning-reference/policies-procedures/governance-documents

11. Wie wird ein Club gegründet?
Empfehlenswert ist die Bildung einer Kerngruppe, die mindestens auch eine Frau umfasst: In Schweiz-Liechtenstein werden seit längerer Zeit nur gemischte Clubs gegründet.

Um einen neuen Club zu gründen, braucht es mindestens 20 Kandidatinnen und Kandidaten. Diese sollten sich längere Zeit bei regelmäßigen, vorerst noch unverbindlichen Meetings gegenseitig kennenlernen.
Auch eine Überlegungsphase, ob man sich in diesem Kreis wohl-fühlt und den künftigen Verpflichtungen nachkommen kann, ist im Hinblick auf eine aktive Mitgliedschaft von Vorteil.

RI: The minimum number of charter members for a new club shall be 20 unless there are special and sufficient reasons for the Board to waive this requirement. At least 50 percent of the charter members should be from the local community in which the new club is established. (January 2015 Mtg., Bd. Dec. 118)

12.  Wie steht es mit den sogenannten Rotary E-Clubs?
Potenzielle Mitglieder sind Berufstätige, die Interesse an Rotary bekundet haben, jedoch häufig verreisen müssen. Ferner junge Berufstätige, die an Rotarys Grundsätzen interessiert sind, jedoch für wöchentliche persönliche Treffen keine Zeit oder kein Interesse haben.

Hinweise zu E-Clubs sind hier zu finden: https://www.rotary.org/myrotary/en/node/931

Seit einer Entscheidung des Gesetzgebenden Rates 2010 sind Rotary E-Clubs nach einer sechsjährigen Pilotphase nun offiziell Teil von Rotary International.

Zur Gründung von Rotary E-Clubs müssen bestimmte Sonderaspekte beachtet werden. Am positiven Beispiel des eClub2000 in der Schweiz vertreten wir die Meinung, dass sich die Mitglieder unbedingt einmal pro Monat persönlich treffen müssen. 
Mitteilung von RI: Per 20. April 2015 gab es weltweit  228 Rotary E-Clubs.

13. Was geschieht, wenn „Dissidenten“ einen neuen Club gründen wollen?
Wenn in einem Club gewisse Spannungen andauern, kann es vorkommen, dass eine Gruppe von Mitgliedern austreten und einen neuen Club gründen will. Damit hat sich der Beauftragte für Mitgliedschaft des Governors zu befassen. Dieser versucht, in Gesprächen einerseits mit dem Leader dieser Gruppe und anderseits mit dem Clubpräsidenten hinter die Gründe dieser Situation zu kommen und Lösungsmöglichkeiten zu sondieren: 

- Welche Gründe führen zu diesem Vorhaben?
- Was ist die Motivation dieser Dissidenten-Gruppe?
- Was meint der Vorstand, was meinen die übrigen Mitglieder des betroffenen 
  Clubs?
- Welche Maßnahmen sind zu treffen, um diese Gruppe im Club zu behalten?
- Der Distriktsbeauftragte versucht in der Regel mit diplomatischem Geschick,
  diese schwierige Situation zu entschärfen.

Wir kennen Beispiele, wo es in der Folge zu einer Clubgründung kam, sogar mit Unterstützung des betroffenen Clubs (sogar als Pate des neuen Clubs). Oft hat sich nach dieser Ausgründung der „alte“ Club ganz bewusst verjüngt und für Frauen geöffnet, was für beide Clubs sehr vorteilhaft war.

14. Sind spezielle Clubs, z.B. für Senioren oder Rotarierinnen, denkbar?
Ja. Unter Senioren-Clubs verstehen wir Clubs, die aus Menschen bestehen, die beruflich im Ruhestand sind. Sogar reine Clubs aus Rotarierinnen sind denkbar, wie es z.B. in Oesterreich schon vor einiger Zeit der Fall war.
Wenn in seltenen Fällen im gleichen Club Ehepartnerinnen oder -partner bzw. andere Familienangehörige aufgenommen werden sollen, müssen diese selbstverständlich ebenfalls alle Bedingungen erfüllen (berufliche Qualifikation, Beitrag, rotarische Pflichten, Präsenz etc.).

15. Was ist für die Gründungsphase zu empfehlen?
Kerngruppen treffen sich während eines Jahres alle vier Wochen, später alle 14 Tage, häufig im Beisein des Beauftragten des Governors. Es ist von großem Vorteil, wenn einzelne begeisterte, erfahrene Rotarier oder Rotarierinnen (meist aus dem Patenclub) von Anfang an bei der Gründung und beim Aufbau eines neuen Clubs mitwirken und alle Beteiligten ausreichend mit dem Service-Gedanken bekannt machen. Auch die nationale und internationale Struktur Rotarys sollte bei der Gründung dem neuen Club vertraut sein. 
Bei einem „Dissidenten“ Club kann die Gründungsphase 2-3 Monate dauern. Wenn viele neue Mitglieder hinzukommen oder wenn der Club völlig neu ist, sollte man sich ein halbes bis ein ganzes Jahr Zeit zum Kennenlernen und Zusammenwachsen nehmen.

16. Wo sind Gründungsunterlagen erhältlich?
Gründungsunterlagen sind bei Rotary International (RI) in Zürich erhältlich:
RI liefert diese Unterlagen innerhalb von etwa 4 Wochen. Sie sind alle auf der Internetseite zum „Downloaden“ bereitgestellt.

Der Beauftragte des Governors bespricht jedes einzelne Papier mit dem Club und hilft, die notwendigen Unterschriften einzuholen.

RI Zürich erledigt den Gründungsantrag schnell, die Bestätigung erfolgt meist innerhalb von 14 Tagen. Gleiches gilt für die Charterurkunde aus dem Hauptsitz.

Die Unterlagen zur Gründung eines Clubs sind beim Distrikt Governor bzw. bei seinem Gründungsbeauftragten erhältlich oder auf der Website von RI zu finden. Die Bearbeitungszeit durch Rotary International hängt davon ab, wie viele offene Punkte geklärt werden müssen.

17. Warum gilt Rotary manchmal als etwas „elitär“ oder gar „exklusiv“?
Unsere Clubs streben danach, die besten führenden Leute aus ihrer Region für sich zu gewinnen. Als „exklusiv“ gelten wir, weil man sich bei uns nicht um eine Mitgliedschaft bewerben kann, sondern von einzelnen Mitgliedern aus einem Club vorgeschlagen werden muss.

18. Welches ist die Bedeutung der Klassifikationen?
Sehr groß. Im Club mit Persönlichkeiten aus sehr vielen in der Region vertretenen Berufen wöchentlich zusammen zu kommen und bei Projekten
zusammenzurbeiten und zu lebenslangen Freunden zu werden, ist
außerordentlich anregend, lehrreich und deshalb wertvoll.

19. Gibt es eine Klassifikation „Familienfrau / Hausfrau“ ?
Diese Klassifikation wird in manchen Ländern akzeptiert. Wir meinen, dass eine Frau und Mutter, die ihre Familie mit Kindern im Hinblick auf die Organisation des ganzen Familien-betriebes erfolgreich „managed“ - samt Finanzen sowie in Bezug auf die Bildung und Freizeitgestaltung der Kinder - in dieser verantwor-tungsvollen Funktion den Anforderungen von Rotary gerecht werden kann. Ihre Vorbildung ist wesentlich.
Im Club Liechtenstein-Eschnerberg wurde die Rot. Traudl Hasler im Jahr 1998 als Hausfrau (Hausfrau und Mutter) aufgenommen.

Dazu RI: Mitglied kann auch werden, wer seine berufliche Tätigkeit unterbrochen hat oder nach guter Ausbildung nie berufstätig war, um für Kinder zu sorgen oder dem Ehepartner beizustehen.

20. Familienmitglieder im gleichen Club?
Wenn es in der gleichen Region mehrere Rotary Clubs gibt, sollte angestrebt werden, Familienangehörige (z.B. Vater und Sohn, Mann und Frau, Geschwister usw.) in benachbarten Clubs unterzubringen. Diese Lösung hat viele Vorteile, denn sie ermöglicht vermehrte Kontakte und gegenseitige Besuche.

Wenn sich Fälle von Verwandten im gleichen Club häufen, bekommt dieser  Club im schweizerischen Sinn einen gewissen „Zunftcharakter“.

21. Wie wichtig ist der Patenclub?
Sehr wichtig. Der Beauftragte sucht einen Patenclub, wenn möglich im geogra-ischen Umkreis des zu gründenden Clubs.

Meist ist dies nicht so einfach, da Nachbarclubs manchmal anfänglich einen gewissen Widerstand gegen eine Neugründung leisten - sie seien ja selber in der Lage, gute Leute aufzunehmen. Andere Nachbarclubs begrüßen dagegen eine solche Gründung, da sie auf diese Weise ihr „Frauenproblem“ zu lösen glauben.

22. Sind Kontaktclubs empfehlenswert?
Se
hr empfehlenswert ist das Eingehen einer Partnerschaft mit einem Rotary Club eines anderen Landes. Dies erweitert den eigenen Horizont und fördert die internationalen Beziehungen. Wir empfehlen eine solche Partnerschaft zunächst für eine bestimmte Dauer zu vereinbaren und deren Fortsetzung dann erneut zu regeln.
Der Club Zürich-Limmattal pflegt zum Beispiel seit fast 50 Jahren ohne Unterbruch eine enge
Kontaktfreundschaft mit dem Club Rottweil. Das ist möglich, weil sich beide Clubs als  Alemannen fühlen und die Vorstände jeweils vor Beginn des neuen Jahres das gemeinsame Programm vereinbaren (z.B. Austausch von Referenten, gemeinsame Wanderungen und weitere Anlässe).

23. Wie hoch ist der Altersdurchschnitt bei Rotary ?
Bei Rotary tritt man glücklicherweise nie in den Ruhestand.
In Deutschland betrug der Altersdurchschnitt aller Mitglieder gemäß Statistik des Service Centers per 31.12.2011 etwas mehr als 60 Jahre.

Gemäss Statistik des schweizerischen Rotary Service Centers vom 27.3.2015 betrug der Altersdurchschnitt aller 12'705 Mitglieder von Schweiz-Liechtenstein per Ende 2014: 61,14 Jahre. Manche Clubs befassen sich heute vermehrt mit ehemaligen Rotaractors.

24. Was ist von Präsenz-Aperos zu halten?
Einzelne Clubs (vor allem in städtischen Verhältnissen oder Ferien-regionen) organisieren regelmäßige Apero-Zusammenkünfte mit Präsenzberechtigung.
Die Vergabe einer Präsenzkarte an Besucher, die nicht mindestens während der Hälfte der Meetingdauer anwesend sind, ist unseres Erachtens nicht zulässig.

Ebenso wenig eine Präsenz für eine Veranstaltung, die nichts mit Rotary zu tun hat und bei der zufällig mehrere Rotarier anwesend sind.

25. Gibt es Möglichkeiten für Mitglieder in Altersresidenzen?
Ja. Wir kennen ein Beispiel, wo sich 7 Rotarier, die in der gleichen Residenz leben, regelmäßig zum „Rotariertisch“ treffen und auf Wunsch natürlich auch Präsenzgutschriften bekommen, obschon sie diese nicht mehr brauchen. Gäste sind dort immer herzlich willkommen. So wird der Kontakt nach „außen“ aufrechterhalten, der für Heimbewohner so wichtig ist.

26. Was tun bei „Pseudo“-Mitgliedern?
Als „Pseudo- oder Abzeichen“-Rotarier bezeichnen wir Mitglieder, die wohl auf der Liste figurieren, in der Öffentlichkeit ihr Abzeichen präsentieren, jedoch kaum je am Lunch erscheinen, geschweige denn aktiv im Club mitwirken.

Wahrscheinlich hat sie der Pate vor der Aufnahme ungenügend über
die rotarischen Pflichten informiert und nicht zur Bereitschaft befragt,
die Präsenz einzuhalten und gelegentlich konkrete Aufgaben im Club zu übernehmen. Solche „Pseudo-Rotarier“ können im Club schlecht integriert werden. Manchmal unterstützen sie bestimmte Clubprojekte finanziell, aber auf leeren Stühlen kann keine dauerhafte Freundschaft entstehen.

Clubs, die wohl aus Prestigegründen auf CEO’s als Mitglieder ausgehen, können mit solchen Problemen konfrontiert werden. „Potenzial vor Position“ lautet der Leitsatz des Schweizer PDG Heinrich Walti aus dem Club Zürich für die Rekru-tierung neuer Mitglieder. Er bedeutet, dass auch jüngere Mitglieder mit dem berühmten „Marschallstab im Tornister“ oder als Mitarbeiter im zweiten oder dritten Firmenrang für Rotary in Frage kommen können.

27. Bleibt beruflich stark belasteten Mitgliedern nur der Austritt?
Nein. Der Vorstand kann „auf Zeit“, oder bei alten und kranken Rotariern „auf Dauer“ von der Präsenz befreien. In manchen Fällen erklären sich beruflich stark belastete Mitglieder im persönlichen Gespräch mit dem Clubpräsidenten bereit, „später“ Aufgaben im Club zu übernehmen - und tun dies zum Vorteil ihres Clubs dann auch. Sie können auch während ihrer aktiven Zeit durch Vorträge, Spenden und andere Hilfestellungen „präsent“ sein. 

Mitglieder, die ohne Lebenszeichen oder Angabe von Gründen monatelang fernbleiben und dann plötzlich wieder auftauchen, als ob nichts gewesen wäre, bezeichnen wir als „U-Boot-Rotarier“, die der Präsident wohl gebührend ins „Gebet“ nimmt.

28. Wie steht es mit sog. „2-Stunden-Mitgliedern“?
Darunter verstehen wir Mitglieder, die sich aus starker beruflicher und privater Belastung höchstens während etwa 2 Stunden pro Woche für ihren Club freim-achen können – dann aber mit Leib und Seele voll dabei sind.

Die Clubs sind wohlberaten, für solche Mitglieder Verständnis aufzubringen und sie rotarisch nicht zu überfordern. Erst wenn ein Mitglied überhaupt keine rotarischen Signale mehr aussendet, wird es bedenklich.

29. Was tun bei rotarischen Tabus?
In einzelnen Clubs kann es zeitweise zu Tabus kommen, das heißt zu gewissen ungelösten internen Problemen, die jahrelang „herumhängen“, ohne dass sie angepackt und gelöst werden.

Für Mitglieder, die in gesellschaftliche Schwierigkeiten (z.B. Scheidung), politische Schwierigkeiten (Abwahl) oder wirtschaftliche Schwierigkeiten (Firmenpleite) geraten sind - aber Mitglieder bleiben wollen - sollte der Club Lösungen finden, die diesen Freunden gerecht werden.

Wie soll man Problemen innerhalb des Clubs begegnen, die auf persönlichen Animositäten beruhen und zur Spaltung des Clubs führen können?
Ist es nicht die Pflicht des jeweiligen Präsidenten, solche Situationen zu erfassen und in persönlichen Gesprächen für eine Lösung zu sorgen?

30. Was geschieht mit alten und kranken Mitgliedern?
In vielen Clubs ist der Umgang mit solchen Mitgliedern ein ungelöstes Problem. Sobald ein Mitglied nicht mehr in den Club kommen und aktiv am Clubleben teilnehmen kann, ist es außerordentlich wichtig, dass einzelne Clubmitglieder (vorzugsweise aus der gleichen Generation, wenn möglich der Pate) den regelmäßigen persönlichen Kontakt mit Telefon-anrufen und persönlichen Besuchen pflegen und aufrecht erhalten.

Sonst gehört dieses Mitglied, das sich möglicherweise früher sehr um „seinen“ Club verdient gemacht hat, plötzlich „de facto“ nicht mehr dazu. Ein solches unverdientes „Out“ kann diesen Freund enorm schmerzen und ist rotarisch ungerecht.
Unsere Clublokale sollten wenn möglich mit dem Öffentlichen Verkehr erreichbar sein. Für Mitglieder, die aus unverschuldeten Problemen nicht mehr am Clubleben teilnehmen können, gibt es die Möglichkeit, sie über einen Dispens oder in besonderen Fällen mit einer Ehrenmitgliedschaft ohne
Verpflichtungen an den Club zu binden.

31. Gibt es viele Mitglieder, die wieder austreten?
Die Statistik des Schweizer Service Centers CH-FL vom 27. März 2015 ergibt, dass im Verlaufe der vergangenen zwei Jahre insgesamt 308 Mitglieder aus unseren drei Distrikten 1980,1990 und 2000 von Schweiz-Liechtenstein ausgetreten / ausgeschieden sind (bei einem Gesamtbestand von 12’717Mitgliedern). Todesfälle waren leider 308 zu verzeichnen. Erfreulicherweise hat der Gesamtbestand in der gleichen Zeit aber um 982 Mitglieder zugenommen: Wir sind also nicht auf dem absteigenden Ast (wie dies in andern Teilen der Welt bei Rotary International leider schon der Fall ist).
Seit 1995 stagniert der Gesamtbestand bei 1,2 Millionen Mitgliedern: WARUM?

32. Genügt eine schlechte Präsenz als Ausschlussgrund?
Ein Mitglied kann ohne Angabe von Gründen ausgeschlossen werden, z.B. wenn finanzielle Verpflichtungen nicht erfüllt werden oder andere schwerwiegende Gründe vorliegen. Bloße, hoffentlich vorübergehende Präsenzmängel betrachten wir nicht als derart gravierend, besonders wenn es sich bei den betroffenen Mitgliedern um beruflich stark belastete Manager handelt. 

Beim Ausschluss eines Rotary-Mitglieds handelt es sich um einen beidseits gravierenden Akt, der wohl überlegt sein muss. Deshalb empfiehlt es sich, dass der Clubpräsident dem betroffenen Mitglied im persönlichen Gespräch schließlich empfiehlt, selber den Austritt zu erklären.

33. Lassen sich Übertritte zu andern Clubs nicht vereinfachen?
Dies ist prüfenswert. Viele Austrittsgründe entfallen auf die berufliche Mobilität. Im Gegensatz zu Mitgliedern, die in kleinen und mittleren Betrieben tätig sind, werden von andern Kadern berufliche Aufenthalte in andern Ländern und Orten als Voraussetzung für deren Karriere geradezu verlangt. Leicht können solche Mitglieder unserer Organisation verloren gehen.
Wenn man davon ausgeht, dass die Aufnahme eines Mitgliedes im allgemeinen sorgfältig geprüft wird, sollte dieses Prüfungsverfahren bei einem meist beruflich bedingten Übertritt in einen andern Club etwas einfacher gestaltet werden können. Man kann sich ja beim früheren Club eingehend erkundigen.

In jedem Fall hat der neue Club allerdings das Recht, von einer Aufnahme eines derartigen Mitgliedes ohne Angabe der Gründe abzusehen.

RI: Die Aufnahme eines wechselwilligen oder ehemaligen Mitglieds als Aktivmitglied gemäß den hier formulierten Bedingungen erfolgt vorbehaltlich der Ausstellung einer Bestätigung durch den Vorstand des vorigen Clubs, welche die vormalige Mitgliedschaft des Mitgliedschaftsanwärters im vorigen Club belegt. Wechselwillige oder ehemalige Mitglieder sollten um ein Empfehlungsschreiben aus ihrem vorherigen Club gebeten werden.

34. Ist Rotary neutral?
Ja. Rotary ist politisch und konfessionell neutral: Unter unseren Mitgliedern finden wir Angehörige aller Konfessionen. 
Zwischen den Glockenzeichen, die unsere Meetings eröffnen und beenden, können wir über alles diskutieren, auch über politische und konfessionelle Themen. Strikt untersagt sind jedoch zu Recht alle öffentlichen Verlautbarungen von Clubs und/oder Distrikten zu politischen und konfessionellen Themen (z.B. bei Wahlen und Abstimmungen).

35. Gibt es gewisse Merk- oder Leitsätze zu diesen FAQ? 
Unsere persönlichen Leitsätze lauten:
Rotary bedeutet Tragen und Getragen werden

Rotary ist, was wir für andere und unsere Freundschaft tun.

Gelungene Hands-on-Projekte stärken unsere Freundschaft

Die Vielfalt an beruflichen Klassifikationen ist der wahre Reichtum von Rotary.

Solange ein Mitglied noch positive rotarische Signale aussendet, ist es OK.

Rotary ist ein Tätigkeitswort.

Weitere Informationen:

Nachschlagewerk: Verfahrenshandbuch RI: www.rotary.org/Ridocuments/de_pdf/035de.pdf
www.rotary.org (Weltorganisation)

www.rotary.de (Deutschland)

www.rotary.ch  (Schweiz-Liechtenstein)                                                    

Schluss

 

 

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Neueste Kommentare

04.11 | 17:06

Wir fahren oft mit Seilbahnen und geniessen den Rundblick - der Lärm hat uns nie gestört, haben aber Verständnis für Menschen, die bei einer Station leben.

...
04.11 | 11:07

Dass die unnötige Zooseilbahn keinen Lärm verursacht ist falsch. Herr Gerber hat wohl noch nie neben einer Seilbahn Tal- oder Berg-station gelebt! Mehr Verkehr.

...
28.08 | 12:11

Toller Bericht, schöne Aufnahmen!

...
10.12 | 15:36
Barack Obama erhielt 1
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