Brief aus Chile

Llullaillaco, mit 6739 m über Meer der dritthöchste Vulkan der Welt
Chutz und Chire

Brief vom 1. März 2019
zum Hinschied von Bruno Messerli v/o Turm

 

Meine lieben Freunde,

herzlichen Dank für alle eure freundlichen Zeilen, ich will euch sehr gerne ein wenig über mich berichten.

Meine Zusammenarbeit mit Turm, Prof. Martin Grosjean und nachher mit der ganzen Gruppe von Berner Geographen beschränkte sich vor allem auf meine organisatorische Hilfe von Santiago aus. Ich war in diesen letzten Jahren vor meiner Pensionierung noch vollbeschäftigter Lehrer am Colegio Suizo und hatte nur im Januar/Februar längere Ferien.

Turm und Martin kamen erstmals im Oktober 1988 hier an und ihr Projekt des IGUB (Instituto Geográfico de la Universidad de Berna) führte sie zuerst in den Norden zum Vulkan Llullaillaco. Wie gesagt, ich half mit bei der Organisatrion (Verfrachten der Bohrapparate und Transport in den Norden), aber selber konnte ich leider nicht mitmachen!

Aber als sie nachher den Vulkan bestiegen riefen sie uns vom Gipfel aus mit ihrem "teléfono satelital" an und so konnten wir ein wenig mitfeiern.

Die folgenden Festtage (Weihnachten und Neujahr) verbrachten sie mit uns zusammen. Für unsere Freunde war es natürlich immer besonders attraktiv, wenn sie diese Tage im heissen chilenischen Sommer mit uns verbringen konnten, einmal am Neujahr sogar mit Champagner im Schwimmbad im Garten......i Nachher, im Januar 1989, mieteten wir einen Rocky - Jeep und unternahmen eine grosse Reise in den Süden von Chile und Argentinien.

Dabei konnten wir die prächtigen Landschaften in Südchile mit ihren weiten, zum Teil noch fast unberührten Wäldern, den klaren Bächen und Seen und den zahlreichen Vulkanen mit ihren Schneekappen bewundern und kreuzten zweimal die Cordillera oder Andenkette, zuerst im Süden bei Futeleufú nach Argentinien und nahher nach einer langen Reise durch die weite argentinische Pampa über den Uspallatapass wieder zurück nach Chile.

Anschliessend mussten unsere Geographen wieder zurückkehren in die Schweiz, aber in den folgenden Jahren konnten wir sie noch einige Male zum Besuch in Chile empfangen: z.B. 1993 erfolgte der Kauf einer absolut geländegängigen Toyota - Camioneta, die ich nachher während längerer Zeit auch fahren durfte, Bruno und Bea mit den zwei Töchtern kamen im Sommer 1994 (nachher machten sie wohl noch einen Abstecher auf die Osterinsel!) und in den Jahren 1997/98 besuchte ich mit Martin die heute komplett ausgetrocknete Laguna Aculeo.

Noch später wurden die Besuche distanzierter, Turm hatte ja noch eine Menge von anderen Projekten auf Lager.

Lieber Chire, ich freue mich auf Deinen Bericht, wünsche euch alles Gute und sende euch unsere herzlichsten Grüsse,

Euer Chutz