Keine Diskriminierung älterer Menschen!

Richard Limburg / Erich Gerber

Aeltere Mitmenschen nicht länger diskriminieren!

Uebersicht zur Sozialen Sicherheit
in der Schweiz

In der Schweiz besteht ein engmaschiges Netz von Sozialversicherungen, das den hier lebenden und arbeitenden Menschen und ihren Angehörigen einen weitreichenden Schutz vor Risiken bietet, deren finanzielle Folgen sie nicht allein bewältigen können.

Das schweizerische Sozialversicherungssystem wird in fünf Bereiche unterteilt:

  • die Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (Dreisäulensystem),
  • der Schutz vor Folgen einer Krankheit und eines Unfalls,
  • der Erwerbsersatz für Dienstleistende und bei Mutterschaft,
  • die Arbeitslosenversicherung,
  • die Familienzulagen.

Diese Versicherungen leisten Schutz, indem sie Leistungen wie Renten, Erwerbsersatz und Familienzulagen ausrichten oder Kosten bei Krankheit und Unfall tragen.

Die Leistungen der einzelnen Sozialversicherungszweige werden vorab durch Beiträge vom Erwerbseinkommen finanziert. In der Krankenversicherung zahlt jede versicherte Person eine Prämie. Bund und Kantone beteiligen sich in unterschied-lichem Umfang an der Finanzierung der Sozialversicherungen (AHV/IV), oder sie finanzieren sie entweder ganz (Ergänzungsleistungen/ EL) oder helfen wirtschaftlich schwachen Personen bei der Prämienzahlung (Prämienverbilligung in der Krankenversicherung).

AHV
Die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV) ist die obligatorische Rentenversicherung der Schweiz. Sie bildet zusammen mit der Invalidenversicherung und den Ergänzungsleistungen die erste staatliche Säule des schweizerischen Dreisäulensystems und dient der angemessenen Sicherung des Existenzbedarfs.

Die AHV hat den Charakter eines Solidaritätswerks.

Altersrenten erhalten Frauen ab dem vollendeten 64. Altersjahr, Männer ab dem vollendeten 65. Altersjahr. Es besteht die Möglichkeit, bereits vor dem 64./65. Altersjahr AHV-Renten zu beziehen, jedoch nur unter bestimmten Auflagen und mit einer Rentenkürzung. Der Bezug der AHV-Rente kann auch um bis zu fünf Jahre aufgeschoben werden. Abhängig von der Dauer des Aufschubs wird ein Zuschlag auf die Rente gewährt. Hinterlassenenrenten erhalten Witwen und Witwer, sofern sie unmündige oder in Ausbildung befindliche Kinder im gemeinsamen Haushalt haben.

Ergänzungsleistungen zur AHV und IV

Die Ergänzungsleistungen helfen dort, wo die Renten und das Einkommen nicht die minimalen Lebenskosten decken. Sie sind ein rechtlicher Anspruch und keine Fürsorge oder Sozialhilfe.
Zusammen mit der AHV und IV gehören die Ergänzungs-leistungen (EL) zum sozialen Fundament unseres Staates.

Ergänzungsleistungen bestehen aus zwei Kategorien:

- jährliche Leistungen, die monatlich ausbezahlt werden 

- Vergütung von Krankheits- und Behinderungskosten

 

Voraussetzungen für einen Anspruch

Wer Anspruch auf eine Rente der AHV (auch bei einem Rentenvorbezug) oder auf eine Rente der IV hat, kann einen Anspruch auf Ergänzungsleistungen geltend machen. Ergänzungsleistungen können auch an Personen gezahlt werden, die nach Vollendung des 18. Altersjahres eine Hilflosenentschädigung der IV oder während mindestens sechs Monaten ein Taggeld der IV erhalten.

EL können Personen erhalten:

- die ihren Wohnsitz und tatsächlichen Aufenthalt in der Schweiz haben

- die Bürgerin oder Bürger der Schweiz sind oder als Ausländer die Karenzfrist erfüllen

Ausländerinnen und Ausländer können eine EL erhalten, sofern sie seit mindestens 10 Jahren ununterbrochen in der Schweiz leben. Für Flüchtlinge oder Staatenlose beläuft sich die Aufenthaltsfrist auf 5 Jahre.

BVG
Das Bundesgesetz über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVG) vom 25. Juni 1982 hat die Arbeitgeber verpflichtet, für ihre regelmässigen Angestellten eine Versicherung abzuschliessen, die die Bildung eines Alterskapitals ermöglicht. Die Lohnabzüge sind von beiden Seiten hälftig zu tragen.

Um ältere Angestellte in Anbetracht der kürzeren Zeit zur Kapitalbildung etwas besser zu stellen, wurden steigende prozentuale Lohnabzüge vorgesehen: für das Alter von 24 bis 34 Jahre: 7 %; 35-44 Jahre: 10 %; 45-54 Jahre: 15 % sowie 55-65 Jahre: 18 %.

Das war zu Beginn so vorgesehen, um den älteren Arbeit-nehmern noch etwas mehr Rentenkapital zu bilden. Das war die Erklärung für die höheren BVG-Beiträge gegenüber dem einheitlichen AHV-Betrag.

Diese gut gemeinte Steigerung wirkte sich schon damals bei schwachen Firmen nachteilig für die Angestellten aus, musste die Firma im Extremfall 9 % aufwenden, gegenüber bloss 3,5 % für junge Angestellte.

1995, nach zehn Jahren ging die Generation der 55-Jährigen in Pension – damit hätte der Satz von 18 % abgeschafft werden sollen. Doch es geschah nichts. Heute werden die Mitbürger, die seit Beginn ab Alter 25 mit dabei sind und Kapital gebildet haben, ebenfalls auf 18 % hinaufgestuft. Das müssen wir als UNSINN bezeichnen.
Die Politik hat offenbar keine Lust auf eine Revision dieses Gesetzes.

Muss eine Firma sparen, kündigt sie älteren Mitarbeitern und stellt junge, billigere ein, womöglich pflegeleichte Ausländer.

Heute – nach rund 30 Jahren – sind diese Ansätze immer noch  gleich hoch, obwohl die obersten Altersgruppen schon pensioniert sind.

Jetzt, wo eine wirtschaftliche Abkühlung zu verspüren ist, wird die vermeintliche Besserstellung der Aelteren zu deren Nachteil. Wenn Firmen sparen müssen, entlassen sie eher die relativ teuren BVG-Angestellten.

Damit provoziert das BVG-Gesetz eine ALTERSDISKRIMINIERUNG

Für 50-Jährige sind die Aussichten offenbar sehr schlecht, eine neue Arbeit zu finden. Das beweisen viele Beispiele. Für Arbeitgeber macht es offenbar Sinn, jüngere, „billigere“ Arbeitskräfte einzustellen. Das erklärt, warum heute zahlreiche Ausländer neu einwandern und sich für solche Stellen melden.

Die Arbeitslosen-Statistik verfälscht die Realität, denn nach dem Ablauf der Berechtigung für den Bezug von Taggeldern fallen Arbeitslose aus dieser Statistik und werden zu Sozialbezügern. Wenn die Wirtschaft auf tieferem Niveau stagniert, scheint sich die Arbeitslosen-Statistik langsam zu verbessern, weil die Ausgesteuerten nicht mehr erfasst sind. Dafür steigen sie Sozialausgaben, was die „Wirtschaft“ anscheinend nicht mehr betrifft… 

Die AHV mit der oft ungenügenden BVG-Rente reichen oft nicht aus.
Bei Arbeitslosigkeit oder Kurzarbeit wird das BVG-Alterskapital nicht oder nur noch ungenügend alimentiert. Die schwache und wohl noch lange dauernde Tiefzinssituation schwächt jedes Rentensystem. Auch private Sparanlagen sind davon betroffen.

Alterskosten: Wer in Alters- oder Pflegheim zieht, wird mit Kosten konfrontiert, die bald das eigene Kapital aufzehren. Da springt die Ergänzungsleistung ein. Tendenz steigend. Man wird älter, die Gesundheitskosten steigen unaufhörlich.

Unsere Schlussfolgerung: Die Politik hat es verpasst, die BVG-Ansätze rechtzeitig auszugleichen. Somit schädigt sie die älteren Arbeitnehmer auf doppelte Weise: manche verlieren eher ihre Stelle, und ihr BVG-Alterskapital wird nicht mehr bedient.

Unser Antrag lautet, ab Alter 35 einen Einheitssatz einzuführen. 

Rentenpaket 2020

Die Politiker streiten um eine AHV-Erhöhung mittels höherem Abzug von 0,3 % und Erhöhung der Mehrwertsteuer um 1 %. Der Anstieg des Lohnabzuges wäre zu verkraften, aber die Erhöhung der Mehrwertsteuer um 1 % bringt eine Teuerungswelle im ganzen Land. Die Baukosten steigen, der Unterhalt und damit auch die Mieten. Das muss dann wohl wieder ausgeglichen werden: Die Katze beisst sich in ihren Schwanz.

Schluss

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Neueste Kommentare

04.11 | 17:06

Wir fahren oft mit Seilbahnen und geniessen den Rundblick - der Lärm hat uns nie gestört, haben aber Verständnis für Menschen, die bei einer Station leben.

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04.11 | 11:07

Dass die unnötige Zooseilbahn keinen Lärm verursacht ist falsch. Herr Gerber hat wohl noch nie neben einer Seilbahn Tal- oder Berg-station gelebt! Mehr Verkehr.

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28.08 | 12:11

Toller Bericht, schöne Aufnahmen!

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10.12 | 15:36
Barack Obama erhielt 1
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