Sigmar Willi

Prof. Sigmar Willi

Definition von Glück - Faktoren für das Wohlbefinden

von Prof. Sigmar Willi

Was ist Glück?
Diese Frage ist wohl so alt, wie die Frage nach dem Sinn des Lebens und wahrscheinlich genauso schwer zu beantworten. Ob die Familie, die Liebe, viele Freunde, eine stabile Beziehung oder genügend Geld, jeder Mensch gibt diesem Gefühl eine andere Bedeutung. Ein Ziel jedoch hat jeder: Wir alle wollen den Zustand des Glücks so lange wie möglich aufrechterhalten. Per Definition ist Glück ein „besonders günstiger Zufall“ oder eine „erfreuliche Fügung des Schicksals“. Demnach bedarf es lediglich bestimmter Ereignisse oder gewisser Situationen, damit uns Fortuna nicht vergisst und positiv gestimmt ist. Frei nach dem Motto: „Zur richtigen Zeit am richtigen Ort“.

Das Glück lässt sich also wenig beeinflussen. Mit dem Glücklichsein sieht es jedoch anders aus. Zahlreiche Sprichworte geben dieser Behauptung recht: „Sei deines Glückes eigener Schmied“, „Das Glück muss man erobern“ oder „Glück ist nur dem Kühnen hold.“ Der Traum von Zufriedenheit ist folglich mit einem schönen Stück Arbeit verbunden. Auch die Wissenschaft hat sich dieses Themas bereits angenommen. So ist die Glücksforschung zwar eine noch recht junge Disziplin, es existieren aber bereits zahlreiche Beiträge in denen sich Forscher Gedanken über den Begriff Glück machen.

Was fördert oder hemmt die Zufriedenheit mit dem Leben?

Was unterscheidet eigentlich unglückliche und glückliche Menschen? Welche Handlungsempfehlungen lassen sich daraus für den Einzelnen ableiten? Um diese Fragen zu beantworten, definiert die Glücks-forschung so genannte „Glücksfaktoren“, welche für unser subjektives Wohlbefinden unerlässlich sind.

Dies sind nur einige Beispiele für Faktoren, die uns von der Wissen-schaft nahe gelegt werden. Eine Erkenntnis aus der Forschung besagt, dass vor allem soziale Beziehungen wesentlich für unser Glück sind.


Glückliche Personen wissen: Wer sich ausreichend Zeit für seine Liebsten nimmt, hat den Weg in Richtung Zufriedenheit bereits eingeschlagen. Ein Kinobesuch mit den Kindern, ein gutes Abendessen mit den Eltern, eine Reise mit den besten Freunden oder auch einfach nur das eine oder andere nette Wort vom Nachbarn tragen somit viel mehr zum Wohlbefinden bei als beispielsweise ein neuer Fernseher oder ein teures Handy.

Studien raten uns, unser Geld öfter in Erlebnisse und Erfahrungen zu investieren als in materielle Dinge. So haben wir möglicherweise weniger Stress im Vorhinein, halten den Moment fest und gewinnen im Nachhinein noch mehr Freude. 

Macht der richtige Job uns glücklich?

Auch dem Faktor erfolgreiche Erwerbsarbeit hat die Glückswissenschaft näher beleuchtet. Wer glaubt einen guten Job zu haben, macht sich weniger Sorgen um die berufliche Zukunft, hat ein höheres Selbstwertgefühl und erlangt leichter Anerkennung. Zusätzlich ist Glück, genauso wie Lachen, hoch ansteckend. Den genauen Grund dafür hat man zwar noch nicht herausgefunden, trotzdem gilt: Glückliche Menschen haben eine freundliche und hilfsbereite Art, was wahrscheinlich zu einem Imitationseffekt führen kann.

Mit Training zur Zufriedenheit

Dass Glück, Zufriedenheit und Wohlbefinden gut für unsere Gesundheit sind, weiß jeder. Glückliche Menschen sind gesünder und leben länger, das bestätigt auch die Glücksforschung. Wer die Welt mit einer großen Portion Optimismus erlebt, hat ein besseres Immunsystem, ein geringeres Krankheitsrisiko und lebt im Allgemeinen bis zu zehn Jahre länger.

Daher liegt es an uns und ist es wichtig, für positive Emotionen zu sorgen. Gut, dass positives Denken erlernbar ist. Experten raten dazu, mehr auf seine Gedanken zu achten, sich von Problemen nicht aus der Bahn werfen zu lassen und keine Angst zu haben, das größere Ganze durch alternative Blickwinkel zu sehen. Zusätzlich lässt sich das Gehirn trainieren, indem man sich immer wieder angenehme Erfahrungen ins Gedächtnis ruft. Auf diese Weise stimuliert man die Aktivität des linken Gehirnlappens, welcher für das Empfinden glücklicher Gefühle verantwortlich ist. Dabei sind Wiederholung und Training unerlässlich.

Der wichtigste Tipp aus der Wissenschaft: Der Wunsch, ständig zufrieden sein zu wollen und die zwanghafte Suche nach dem Glück ist eine sichere Formel für das Unglücklichsein. Forscher schreiben in ihren Werken die Empfehlung aus:

  • das zu tun, was man liebt
  • Zeit mit Menschen zu verbringen, die man mag und
  • sich generell um sein seelisches Wohlbefinden zu sorgen.

Vor allem eines unterscheidet glückliche von unglücklichen Menschen. Positiv gestimmte Personen suchen und finden ihre Freude auch in den kleinen Dingen des Lebens. Wer diese Ratschläge beherzigt, den findet das Glück bestimmt von alleine...

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Neueste Kommentare

26.11 | 00:43

lieber erich

hast du gehört, dass unser toller kamerad WALTER RÖSLI, ehemaliger verkehrsdirektor der stadt bern, vor einigen tagen 85-jährig verstorben ist?

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17.11 | 11:35

Auch ich habe den Bau besichtigt. Beängstigend schön. Auf dem Parkgelände viele Besucher. Im USZ verschlossene Türen? Corona aha! Albert grüsst herzlich Beide

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09.11 | 22:22

Lieber Erich, heute habe ich mich wieder einmal durch einige Webseiten 'geblättert' und dabei auch Deine Seite besucht. Herzliche Gratulation zu dieser Wahl!

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28.10 | 16:59

Danke, lieber René, gerne denken wir an früher zurück: das macht grosse Freude! Dein Erich

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